Wohin die Bildungsmilliarden fließen
21.10.2012 | 18:28 | (Die Presse)
Wie im Vorjahr steigt das Budget für den Unterrichtsbereich moderat. Der größte Brocken sind mit rund 6,8 Milliarden Euro Schulen und Lehrer. In Gebäude werden rund 620 Millionen investiert.
Bildung ist einer der wenigen Bereiche, in denen die Regierung den Sparstift kommendes Jahr nicht ansetzt. Rund acht Milliarden Euro gibt es insgesamt für den Bereich Unterricht. Was passiert mit dem Geld? Der größte Brocken geht, wenig überraschend, an die Schulen inklusive der Lehrer (siehe Grafik). In diesem sogenannten Globalbudget enthalten ist neben den Gehältern auch die Ausstattung der Schulen, also jene Gelder, die die einzelnen Standorte für Kreide, Computer und Co. erhalten.
Was aus der Aufstellung klar hervorgeht: Der Budgetposten, der für Verwaltung in Bund und Ländern gedacht ist, ist bei Weitem nicht so groß wie oftmals behauptet. Von verschiedenen Seiten etwa kursierte wiederholt, es gebe ein Einsparungspotenzial von bis zu 600 Millionen Euro. Tatsache ist: An Ministerium, Landes- und Bezirksschulräte fließen dafür lediglich rund 183 Millionen (im Ministeriumsanteil ist außerdem die Verwaltung der ebenfalls im Ressort angesiedelten Kultur enthalten). Was dabei aber an Verwaltungskosten noch fehlt: das, was am jeweiligen Schulstandort ausgegeben wird. An den Bundesschulen, also etwa den Gymnasien, wird das entsprechende Personal nämlich ebenfalls aus dem Topf des Unterrichtsministeriums bezahlt. Insgesamt kostet das Schulpersonal – hauptsächlich sind das natürlich die rund 120.000 Lehrer – rund 6,4 Milliarden Euro.
Geld für Reformmaßnahmen
Dass die veranschlagten Kosten für die verschiedensten Reformmaßnahmen nicht aus dem Gesamtbudget herauszulesen sind, liegt indes daran, dass sie sich teilweise aus unterschiedlichsten Budgetposten zusammensetzen. So gibt es für den Ausbau der schulischen Tagesbetreuung im kommenden Jahr rund 80 Millionen Euro – aufgesplittet in die Kosten für die Räumlichkeiten, die teils umgestaltet oder neu geschaffen werden müssen (bauliche Infrastruktur) und den Personalaufwand der betreffenden Schultypen – von der Volksschule bis zur AHS-Unterstufe. Rund 230 Millionen werden in den Ausbau der Neuen Mittelschule gesteckt, für die Verlängerung der schulischen Sprachförderung sind knapp 24 Millionen Euro budgetiert. Für das Nachholen von Abschlüssen gibt es gut neun Millionen Euro, für das Projekt „Lehre mit Matura“ 12,4 Millionen.
Insgesamt ist das Budget des Ministeriums für den Bereich Unterricht gestiegen, allerdings nur moderat. Ein direkter Vergleich mit Vorjahr ist aufgrund der Umstellung des Haushaltsrechts nicht möglich. Rechnet man die daraus entstehenden Effekte heraus, bekommt das Ministerium rund elf Millionen Euro mehr als im Jahr 2012.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2012)










