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Auslaender schlechter aber nicht

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Migranten schlechter, aber nicht das eigentliche PISA-Problem

07.12.2010 | 14:19 |  Von Regina Pöll (DiePresse.com)

Drei von vier Risikoschülern unter den 15-/16-Jährigen sind Einheimische, Migranten der zweiten Generation holen auf.

Österreich ist in allen PISA-Disziplinen nach unten gerutscht, vor allem beim Lesen. Die Migranten sind unter den schlechten PISA-Teilnehmern, den sogenannten Risikoschülern, auch überrepräsentiert: Unter den 6500 Teilnehmern machten sie 15 Prozent aus, unter den „Risikoschülern“ – die Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft kaum beherrschen – machten sie beim PISA-Test 2009 aber 28 Prozent aus.

Auffallend ist das unterschiedliche Abschneiden vor allem beim Lesen, dem größten „Problemfall“ unter den drei PISA-Disziplinen. Hier holten einheimische Teilnehmer im Durchschnitt 482 PISA-Punkte, Migranten der zweiten Generation holten 427 und Migranten der ersten Generation 384 Punkte. Und erstmals, so die Experten vom PISA-Österreich-verantwortlichen Institut Bifie, sei nicht nur die zweite Generation die größere der beiden Gruppen. Sondern die zweite Generation hat auch besser abgeschnitten als die erste, die bei vorangegangenen Tests noch vorne gelegen war.

Schmied: „Keine Ausländerdebatte führen“

Doch das „klassische Argument“, die Migranten hätten am PISA-Debakel Schuld, will SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied nicht gelten lassen. Denn: Die Gruppe der Risikoschüler macht hierzulande insgesamt 34 Prozent aus. Und davon sind nur die erwähnten 28 Prozent Migranten. Österreich dürfe daher nicht den Fehler machen, „nur eine Ausländerdebattte zu führen“, sagte Schmied bei der Präsentation der PISA-Studie am Dienstag in Wien.

„Rund 75 Prozent sind Einheimische“, so die Ministerin – und die hätten sehr viele Probleme. „Unsere Gruppe der Risikoschüler wird von Jahr zu Jahr größer.“

Auch der Anteil der Migranten an den PISA-Teilnehmern ist in den Vorjahren gewachsen: 2000 betrug er noch elf, 2003 und 2006 dann je 13 Prozent. Beim Test 2009, der zuletzt ausgewertet wurde, waren es 15 Prozent: fünf Prozent Migranten der ersten, zehn Prozent Migranten der zweiten Generation.

Bifie: Ausländer nicht ausschlaggebend

Das Bifie betont trotzdem: Der „Ausländereffekt“ wäre nicht der ausschlaggebende – denn auch in anderen Ländern, die teils viel besser abgeschnitten haben, gebe es zum Teil einen hohen Migrantenanteil.

Insgesamt ist Österreich beim Lese-Test – dem Schwerpunkt von PISA 2009 – von 490 auf 470 Punkte abgerutscht. Der OECD-Durchschnitt beträgt 493. Beim Lesen Spitze sind unter anderem Kanada, Neuseeland, Australien, die Niederlande, Belgien und Norwegen.

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4 Kommentare
Georgius
08.12.2010 15:05
0 0

Bildungsferne Schicht

Die Frage ist eigentlich wie kann man die Eltern integrieren.
Wieviel Zeit bleibt in der Schule um lesen zu üben? Meine Mutter hat mich damals mit druck zum Lesen gebracht bis es "von selbst" ging. Ich habe als Kind viel gelesen und öfters ein Jugendbuch (5 Freunde, 3 Fragezeichen) in einem Durchgang gelesen (2-3h). Jetzt lese ich selbst auch kaum mehr Bücher sonder hänge viel zu viel vor dem Computer und TV. Wie soll es dann den Kindern gehen, besonders wenn es den Eltern Bücher nicht wichtig sind.
Dieses Problem kann die Schule nicht lösen. Da drängt sich mir die Ganztagsschule auf, auch wenn sie mir bisher nie gefallen hat.

Das Problem ist nur ein scheinbares Ausländerproblem sondern ein Problem der Bildung der Eltern.
Das Wort
08.12.2010 05:39
0 0

Wir als Bevölkerung werden massiv geleakt!

Die Schule mit der Lehrerschaft in Mindestleistung verharrend tragen die Verantwortung.

Migranten sind so am Ergebnis schuld, wie ein Einarmiger im Ruderboot.

Was uns alles vorgelogen wird ist sagenhaft. Ein "Pisatest" für die Verwaltung zeigte das gleiche Ergebnis - trräge Leistung und freudige Korruption.

Beginnt beim Straßenkehrer über Müllabfuhr bis zum Sektionsschef, der seiner Partei anstatt dem Lande dient.

Leitwolf
07.12.2010 18:54
3 0

Wenn wir die mit Abstand schlechtesten Migranten der 1. Generation (vgl Seite 42 pdf Datei) haben

..dann versagt nicht nur das Schulsystem, sondern vor allem die Zuwanderungspolitik. In Österreich hieß es immer "wer gar nix kann, geht zu Post oder Bahn". International scheint man sich in solchen Fällen auf den Weg nach Österreich zu begeben.

Das ist gewiss nicht die Schuld der Ausländer, es ist die Schuld derer die sie reinlassen.

Freilich demaskiert der PISA Test auch die Zuwanderungspolitik. Wenn Österreich Zuwanderung braucht um sein Pensionssystem aufrecht zu erhalten, welchen Beitrag werden dann wohl Analphabeten leisten? Es zeigt sich, dass das Geld für Kinder und Ausbildung wohl weit effektiver in heimischen Nachwuchs investiert werden könnte, als in vermeintlich genügsame Migranten.

Doch dazu müsste ein Staat der heute gut 80% des steuerbaren Einkommens an sich nimmt und dabei immer noch hochgradig defizitär wirtschaftet ein wenig mehr Geld locker machen, oder aber den Arbeitnehmern mehr von ihrem eigenen Geld lassen. In Anbetracht einer Kakophonie aus roten Zahlen und schwarzen Zukunftsaussichten freilich ein vergeblicher Wunsch.
Herberti
07.12.2010 14:47
2 0

Die Unterschiede sind ein Wahnsinn!

Noch dazu wenn man weiß, daß viele gut integrierte Ausländerkinder (beispielsweise von EU-Ausländern) den Schnitt von Ausländerkindern heben, und gleichzeitig viele türkisch- bzw arabischstämmige Kinder schon als "Österreicher" geführt werden.