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McKinsey Schulreformen wirken schneller

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McKinsey: Schulreformen wirken schneller als erwartet

08.12.2010 | 12:03 |   (DiePresse.com)

Maßnahmen zur Verbesserung der Lehrinhalte wirken rasch, analysierten die Unternehmensberater von McKinsey. Strukturreformen nicht.

Schulreformen wirken schneller als erwartet. Zu diesem Schluss kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Entscheidender Faktor für die Verbesserung der Schulsysteme ist dabei eine höhere Eigenverantwortung für Schulen und Lehrer, heißt es in der Untersuchung. Alle 20 beobachteten Schulsysteme konnten ihre Leistungen innerhalb von sechs Jahren "erheblich verbessern". "Dass innerhalb von sechs Jahren solche Erfolge möglich sind, sollte Schulsystemen in aller Welt Ansporn zu weiteren Reformen sein", meinte McKinsey-Bildungsexperte Nelson Killius.

70 Prozent der erfolgreichen Maßnahmen zielten dabei auf die Verbesserung von Lehrinhalten, die Organisation der Lehre sowie deren Vermittlung, also auf Prozesse in den Schulen. Viel seltener trugen Maßnahmen zum Erfolg bei, die schwerpunktmäßig Strukturen veränderten, wie etwa die Anzahl von Schulen und Schuljahren oder die Ressourcen.

20 Schulsysteme analysiert

Für die Studie analysierte McKinsey 20 Schulsysteme, deren Schüler sich - ausgehend von verschiedenen Niveaus - nach nationalen und internationalen Bewertungsstandards wie etwa den Studien PISA (Programme for International Student Assessment) oder TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) deutlich verbessert haben. Aus Europa wurden dabei England, Polen, Slowenien, Lettland, Litauen, Armenien sowie das deutsche Bundesland Sachsen herangezogen. McKinsey untersuchte rund 575 Reformmaßnahmen und Methoden, die in diesen Schulsystemen zum Einsatz kamen, und interviewte 200 Lehrer, Wissenschafter und Politiker.

Eigenverantwortung von großer Bedeutung

Wer bereits von einem guten Niveau startete, legte bei Verbesserungen den Schwerpunkt vor allem auf Dezentralisierung und Eigenverantwortung der Schulen und der Lehrerschaft sowie die Qualität der Lehrkräfte. Positiv wirkte sich etwa eine strikte Auswahl beim Zugang zum Lehrerberuf sowie mehr vorschulische Praxis in der Ausbildung aus. Weitere Erfolgsfaktoren: Fachliche Weiterbildung der Lehrer auch in Eigenverantwortung, gegenseitiges Coaching der Lehrkräfte, gegenseitiges Feedback, Karrierepfade mit entsprechend abgestuftem Gehalt sowie mehr pädagogische Befugnisse der Schulen. Als sehr erfolgreich erwiesen hätten sich etwa beobachtete Schulstunden, nach denen ein Lehrer direkt von einem Kollegen Feedback erhielt.

(APA)

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