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Grossteil Koalitionspakt noch offen

Großteil aus Koalitionspakt noch offen

09.12.2010 | 18:26 |  VON REGINA PÖLL (Die Presse)

ÖVP schießt sich auf Unterrichtsministerin ein: Sie habe die wichtigsten Vorhaben aus dem Regierungsprogramm noch nicht umgesetzt – Claudia Schmied wehrt ab.

Wien. ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger fand nach dem PISA-Debakel deutliche Worte: Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sei bei den Meilensteinen einer Bildungsreform säumig. So würden die Verhandlungen über ein einheitliches Lehrerdienstrecht ebenso stocken wie jene über eine bessere pädagogische Ausbildung.

Und Schmieds Bemühen um eine gemeinsame Schule bis 14? „Die Gesamtschule in Österreich ist gescheitert“, sagt Kaltenegger der „Presse“ – und bezieht sich auf die Volksschule: Der jüngste PISA-Test habe gezeigt, dass die Volksschule die große Problemstelle für die spätere Lesekompetenz der heimischen Schüler ist.

Auch der zweite Nationalratspräsident Fritz Neugebauer (ÖVP) betont gegenüber der „Presse“, dass nun die Zeit gekommen sei, die Vereinbarungen aus dem Regierungsprogramm auch umzusetzen. „Da ist Schmied gefordert, auch das Know-how der Lehrer zu nützen“, so Neugebauer. Weder habe Schmied die Schuleingangsphase an der offensichtlich kritischen Stelle Volksschule evaluiert. Noch habe sie den Wildwuchs bei den Schulversuchen bekämpft.

 

Schmied setzt auf Lehrerbildung

„Stimmt nicht“, sagt Schmied im „Presse“-Interview zu Vorwürfen von ÖVP-Seite, sie gehe nicht entschlossen vor. „Es wird Zeit, dass sich die Parteisekretäre etwas zurücknehmen.“ Soeben erarbeite sie mit ÖVP-Wissenschaftsministerin Beatrix Karl eine „Lehrerbildung neu“. Mit Karl und mit dem ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon habe sie „ausgezeichnete Gesprächspartner.“ Da lasse sie sich nicht von der Parteizentrale aus dem Takt bringen.

Mit Ministerin Karl will Schmied die Ausbildung der Pädagogen für alle Schultypen unter ein Dach bringen – unter anderem sollen die Volksschullehrer auf diesem Weg aufgewertet werden. Auch beim neuen Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrer komme sie voran, meint Schmied: „Beim Fahrplan für ein neues Lehrerdienstrecht liegen wir gut.“ Die Vorbereitungen mit der Lehrergewerkschaft seien wie erwartet in der Vorwoche abgeschlossen worden, die eigentlichen Verhandlungen würden „planmäßig ab Jänner“ stattfinden.

Auseinander gehen die Einschätzungen der Koalitionspartner, wie viele Punkte aus dem Regierungsprogramm bisher das Etikett „erledigt“ verdienen. Schmied sagt: 20 von 46 – und verweist unter anderem auf die Bildungsstandards, die schriftliche Zentralmatura an AHS und BHS sowie die Modularisierung der Abendschulen. Teilweise erledigt seien acht Projekte, darunter der Ausbau der Tagesbetreuung, 15 Vorhaben seien „in Arbeit“. Drei Projekte würden bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 nur „unter Budgetvorbehalt“ gelingen, sagt Schmied: bilinguale Schulformen, Ethikunterricht und eine Europäische Schule in Wien.

Die ÖVP zieht eine weniger gnädige Zwischenbilanz: Tatsächlich seien sogar noch 41 Punkte aus dem Regierungsprogramm offen, weil das Wenigste wirklich „erledigt“ und umgesetzt sei.
APA. OECD

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.12.2010)

79 Kommentare
johannweilharter
10.12.2010 08:34
0 0

Unpassende Fotomontage

Die Fotomontage aus der APA suggeriert, dass man auf die Bildungsministerin schießen will. Ich halte diese für unangebracht.
mxmanner
09.12.2010 20:59
0 3

Schmied: ÖVP attackiert PISA!

ÖVP attackiert auch noch unsere Kinder, unsere Zukunft, den Steuerzahler, nicht aber ihre Beamten und Bauern - oder?
pmarouschek
09.12.2010 19:23
0 0

Leseschwächen, Bildung und PISA....

Mir scheint immer wieder einiges an dieser grundsätzlich wünschenswerten Debatte am Ziel vorbei zu gehen: "Bildung" wird nur all zu oft als Anhäufen von Wissen missverstanden. Doch darum geht es nicht! Bildung soll Anleitung zum Zweifeln, zum Hinterfragen, sohin letztlich zur Unabhängigkeit sein.

Dafür brauche ich nichts über die Nahrungsgewohnheiten von Flugsauriern im Paläozoikum zu wissen.

Bildung bedeutet Freiheit. Und der Wunsch nach selbiger beim "gemeinen" Volk, ist und war nun einmal von der Obrigkeit nicht gern gesehen... Think about it! www.le-benedikt.at
Kerberos
09.12.2010 23:23
0 0

Bildung

Wer zweifeln, (hinter)fragen, unabhängig denken können soll,muss eine ganze Menge Wissen haben!!!
Jack 3
09.12.2010 18:34
3 0

Empfehlung...

Für alle, die die wahren Ursachen für das gute Abschneiden Shanhai´s , Südkorea´s, Japan´s beim Pisa- test kennen wollen, ein Hinweis:
SPIEGEL-Online: "Schülerdrill in Südkorea: Lernen heißt leiden"
Lernen muss zwar nicht unbedingt leiden heißen, aber nur Lust, wie es unsere
"fortschrittlichen " Bildungsexperten fordern, muss es auch nicht machen.
Es muss eben ein gangbarer Mittelweg gesucht werden...
Euler
09.12.2010 19:11
0 1

Schau nach Finnland, Jack ....

Jack 3
09.12.2010 23:10
2 0

Re: Schau nach Finnland, Jack ....

Lieber Euler!
Frage: wie weit kennen Sie die Verhältnisse in Finnland?
Ich glaube ,sie halbwegs zu kennen-und zwar aus erster Hand.
In Finnland wird auf Disziplin in der Klasse größter Wert gelegt, rabiatte Schüler werden von einem Schulpsychologen, den es an jeder größeren Schule gibt, "betreut"-Verhältnisse , unter denen da Unterrichten noch Freude macht. Davon können die Lehrer in Österreich nur träumen...
Euler
10.12.2010 08:07
0 0

Genau das Gesamtschulkonzept, gegen das sich in

Österreich so gesträubt wird...
Jack 3
10.12.2010 14:15
0 0

Re: Genau das Gesamtschulkonzept, gegen das sich in

Lieber Euler:
Disziplin und Leistungswille sind an keine Schulorganisationsform gebunden , sondern eher an den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.Wenn es "schick" ist, sich durch die Schule mit möglichst wenig Anstrengung zu schummeln -was manche
Jugendradiomoderatoren geradezu zu ihren Markenzeichen machen- , ja, dann werden sich die Schüler eben an diesen "vorbildern" orientieren- egal ob in einer GS oder in einem differnzierten Schulsystem. In der Einstellung der Schüler zu Lernen liegt der große Unterschied zwischen Finnland und Österreich !
Euler
10.12.2010 14:35
0 1

Ah, der Österreicher an sich ist fauler, verstehe, man siehts ja auch

an den Lehrern ...
Wa. Serro_1
09.12.2010 21:17
4 1

Re: Schau nach Finnland, Jack ....

Richtig Herr Euler:

In Finnland werden die Lehrer noch als Respektspersonen behandelt.

Bei uns hat die Fr. BM Schmied gleich mal eine parteipolitische Schelte gegen die schwarze Lehrergewerkschaft losgeschossen. Und weil die Lehrer sich dagegen gewehrt haben, hat sie die Lehrer via der Medien als faul und unmotiviert hingestellt.

Euler
10.12.2010 08:08
0 2

Das ist wohl das dümmst mögliche Argument!

Geben sie damit Arbeitsverweigerung zu?

Das wäre wohl die Höhe!
Euler
09.12.2010 16:49
1 2

Ich denke, es wäre fair der ÖVP gegenüber, die Verfassung

dahingehend zu ändern, dass die Kinder von Bauern, Steuerhinterziehern, Erben, Adeligen und korrupten Politikern bei der Geburt, ohne sonstige Gegenleistung, die Matura verliehen bekommen.

Dann wär die ganze Debatte vom Tisch ...
Wa. Serro_1
09.12.2010 21:20
2 0

Re: Ich denke, es wäre fair der ÖVP gegenüber, die Verfassung

Die postsozialistische Genossenschaft lässt mit einem klassenkämperischen "Freundschaft" grüßen;-)

Prost Genossen!!!
DI Josef Gebauer
09.12.2010 16:16
3 0

verirrt - was nun?

Wenn man sich verirrt hat und an einem Punkt steht, wo es offensichtlich so nicht mehr weitergeht, hilft üblicherweise, ein Stück zurück zu gehen und sich dort neu zu orientieren.
Blindwütig einen neuen, unerprobten Weg einzuschlagen, der auch schon aus reiner Überlegung seine vorhersehbaren Schwach- und Gefahrenstellen hat, führt in der Regel in den totalen Absturz.

Zur Gesamtschule kann ich nur immer wieder fragen: Was wird an einer guten Klasse besser, wenn zusätzlich auch noch ein paar besonders schwache Schüler drin sitzen?
Wenn der Unterricht so ist, dass die guten Schüler bekommen, was für sie gut ist, bleiben die schwachen gänzlich auf der Strecke. Wenn die schwachen bekommen, was für sie gut ist, bleiben die guten hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Wir brauchen so viele gute Schüler wie überhaupt möglich ist.

Die schwachen brauchen die Förderung, die ihnen hilft.
Und die guten dürfen nicht zu ihrem eigenen Nachteil als unbezahlte und nicht ausgebildete Hilfslehrer für die schwachen missbraucht werden.

Wenn die guten Schüler als nicht ausgebildete Hilfslehrer erfolgreich wären (=besser als die Berufs-Lehrer), bedeutet das nichts Anderes, als dass die ausgebildeten Lehrer für ihre Aufgabe untauglich sind.
Das getraut sich aber niemand laut zu sagen (Einschränkung: Gehrer hat ja behauptet, dass die Schüler mit 2 Wochenstunden weniger Unterricht den gleichen Stoff leichter lernen als mit Lehrer...Hieß damals "Schülerentlastung")
Euler
09.12.2010 17:55
0 5

FALSCH, wir brauchen so wenig UNGEBILDETE, wie möglich!

Das ist es was zählt - momentan landen VIELE HOCHBEGABTE in der Hauptschule, und viele Deppen im Gym.

DAS können wir uns nicht leisten!

KEIN Mensch kann das intellektuelle Potential eines 10-jährigen definieren bzw. erkennen.
DI Josef Gebauer
09.12.2010 18:34
6 0

Re: FALSCH, wir brauchen so wenig UNGEBILDETE, wie möglich!

Wenn die Deppen im Gym weiter kommen als die Hochbegabten in der Hauptschule, ist das ein Grund, die Hauptschule besser zu machen, aber nicht das Gym schlechter.
Euler
09.12.2010 19:08
0 6

Diese naive Antwort hätte ich mir nicht von einem

"DI" erwartet, aber vermutlich liege ich ganz richtig.

Also, das können sie besser!
Euler
09.12.2010 15:46
2 2

Es gibt eine Person, die unsere getesteten Schüler vom Schuleinstieg bis zum

12 Lebensjahr, als verantwortliche Ministerin begleitet hat.

Kaltenegger hat schon recht, da müssen Köpfe rollen!

Es hat sich nur in der Dame vertan ...
Cosinus62
09.12.2010 15:33
1 1

Ein Parteibuch als Ausbildung

ist halt doch ein wenig dürftig. Vielleicht könnten unsere Bildungspolitiker
und supertollen Experten einmal bei den Erstsemestrigen nachfragen.....
Herman Munster
09.12.2010 15:00
4 0

Wenn an der Schuldebatte

unsere GroKo zerbräche, hätte das Pisa Ergebnis wenigstens etwas Positives gehabt. Aber ich fürchte die werden das bis 2013 aussitzen.
Prolet
09.12.2010 14:57
8 1

Die Verhinderer meinen es geht nichts weiter - ja sind die Grenzdebil?

Gerade diese Ministerin, sonst halte ich von Grokonellen wenig, ist mir aufgefallen.

Schon bei zwei Schulstunden mehr wird gestreikt!

Diese Bande von Nichtsnutzen sollte raschest ersetzt werden. Eben jetzt zeigt sich, daß jede Mutter mit Reifeprüfung mehr leistet als diese gewerkschaftlich organisierten Nichtstuer.

Im Web gibt es zu jedem Untterrichtsgegenstand Avatare, die den Stoff vermitteln. Bis hin zu Fremdsprachen und Musik!

Moderne Methoden für eine bessere Zukunt - je eher wir das angehen, desto früher haben wir den Nutzen.

Der Hofstaat im Ganzen ist zu evaluieren - samt der Gesetzesfülle.
franz1
09.12.2010 15:21
0 5

Re: Die Verhinderer meinen es geht nichts weiter - ja sind die Grenzdebil?

prolet als name hätte man so auch erkannt.
das wär einer für den test
f.j.neffe
09.12.2010 14:55
2 1

Warum lernen wir nicht von denen, die es können?

Sie bekämpfen sich gegenseitig, wer uns am besten in die Schablone hinein bringt. Dabei bedeutet LEBEN, über alle Schablonen hinauswachsen. Als Ich-kann-Schule-Lehrer frage ich, warum sich alles um soviel Inkompetenz dreht. Da kann doch jedes Kind besser Schule machen. Warum lernen wir nicht von denen, die es können?
Franz Josef Neffe
fmoedrit
09.12.2010 14:45
1 0

Die Reformen der Laura R.

Die erste große Leistung unserer Laura: Abschaffung der Studiengebühren um jeden Preis! Ergebnis: Unis sind überfüllt, Qualität der Ausbildung nimmt weiter ab, Absolventen sind unmotiviert, teilweise schlecht ausgebildet (Bakk. vs. Mag/DI) und schlechter bezahlt (Bakk im Bundesdienst, Bakk als bessere Matura). Ja klar, Laura... als nächstes kannst du das Schulsystem "retten". Die Gesamtschule wird sicher eine toller Erfolg... :-)
Prolet
09.12.2010 14:42
3 2

Die Verhinderer meinen es geht nichts weiter - ja sind die Grenzdebil?

Gerade diese Ministerin, sonst halte ich von Grokonellen wenig, ist mir aufgefallen.

Schon bei zwei Schulstunden mehr wird gestreikt!

Diese Bande von Nichtsnutzen sollte raschest ersetzt werden. Eben jetzt zeigt sich, daß jede Mutter mit Reifeprüfung mehr leistet als diese gewerkschaftlich organisierten Nichtstuer.

Im Web gibt es zu jedem Untterrichtsgegenstand Avatare, die den Stoff vermitteln. Bis hin zu Fremdsprachen und Musik!

Moderne Methoden für eine bessere Zukunt - je eher wir das angehen, desto früher haben wir den Nutzen.

Der Hofstaat im Ganzen ist zu evaluieren - samt der Gesetzesfülle.