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Wiener Kindergartenpaedagogen Protest fuer

Wiens Kindergartenpädagoginnen protestieren

11.06.2012 | 15:46 |   (DiePresse.com)

Bei einer Protestkundgebung am Ballhausplatz forderten die Pädagoginnen kleinere Gruppen, mehr Platz und bessere Entlohnung. Sonst sei der Bildungsrahmenplan nicht umsetzbar.

Die Wiener Kindergartenpädagoginnen haben am Montagnachmittag ihrem Unmut gegen die derzeit herrschenden Arbeits- und Rahmenbedingungen Luft gemacht. In einer Protestkundgebung am Ballhausplatz forderten die Berufsvertreter kleinere Kindergruppen, größere Betreuungsräumlichkeiten und eine bessere Entlohnung. Denn unter den vorherrschenden Umständen sei der "bundesländerübergreifende Bildungsrahmenplan" im Elementarbereich nicht umsetzbar, so der Tenor.

Organisiert wurde die Veranstaltung, zu der sich rund 100 - beinahe ausschließlich weibliche - Teilnehmende einfanden, von der "Berufsgruppe von Kindergarten- und HortpädagogInnen Wien" (BKHW). Sie versteht sich als nicht gewerkschaftliche und überkonfessionelle Interessensvertretung. Helga Hauptmann von der BKHW appellierte an die Politik, mehr Geld für den Elementarbereich - also für Kindergärten, Krabbelstuben und Krippen - in die Hand zu nehmen. Hier sei Österreich Schlusslicht in Europa.

Bundesweite einheitliche Standards gefordert

Der Bildungsrahmenplan sei schon in Ordnung, aber für die Umsetzung notwendige Strukturreformen seien darin nicht festgeschrieben. Kritisiert wurde auf der Kundgebung von mehreren Rednerinnen, dass derzeit für 25 Kinder nur eine Pädagogin zur Verfügung stehe. Gefordert wurden zwei Pädagoginnen für 16 Kinder. Außerdem brauche es mehr Platz für Bewegung und mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung seitens der Betreuer.

Die Pädagoginnen wollen zudem bundesweit einheitliche Standards für den Elementarbereich. Derzeit gebe es einen "Fleckerlteppich" an gesetzlichen Regelungen und Bezahlungsschemata, so Hauptmann.

Aktionismus mit Pappendeckelhaus

Aktionistisches ließ sich das unzufriedene, mit Transparenten und Trillerpfeifen ausgestattete Personal, das von der Gewerkschaft der Privatangestellten unterstützt wurde, ebenfalls einfallen: Um die prekäre Situation zu verbildlichen, ließen sie ein Pappendeckelhaus als Symbol für die "Bildungsbaustelle Kindergarten" einstürzen.

Die Protestierenden wollten die heutige Aktion als "Auftaktveranstaltung" verstanden wissen. Für den Herbst wurden weitere österreichweite Kundgebungen in Aussicht gestellt, wobei die Aktivisten bis dahin auf einen Schulterschluss zwischen der Berufsgruppe und möglichst allen Gewerkschaften hofften.

(APA)

1 Kommentare
Plattform EduCare
11.06.2012 23:32
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"Kindergartenaufstand"

Sie protestieren also. In Kärnten. In Salzburg. In Wien, In Oberösterreich.
Warum? Weil ihnen - den KindergartenpädagogInnen - und deren Trägern immer mehr "aufgehalst" wird: das verpflichtende Kindergartenjahr, die Sprachförderung, der BildungsRahmenPlan... Den PolitikerInnen fällt manches ein, was den Ausführenden meist grundsätzlich gefällt, was von ihnen sogar ausdrücklich begrüßt wird.
Nur: den PolitikerInnen fällt wenig ein, auch die Voraussetzungen für die verantwortungsvolle Umsetzung zu schaffen.
Ein bundeseinheitliches Qualitätsrahmengesetz? Ja, aber (die föderale Struktur u.a.m.)
Gemeinsame tertiäre Ausbildung für alles PädagogInnen? Ja, aber (streitet euch doch zusammen, liebe Universitäten und Pädagogische Hochschulen etc.)
Gleichstellung der ElementarpädagogInnen mit den LehrerInnen? Ja, aber (Industrie, Wirtschaft, Arbeiter-, Landwirtschaftskammer können das ja leicht fordern, aber wir armen Länder und Gemeinden - ohne Finanzausgleich...)
Das "Bildungshaus Kindergarten droht einzustürzen" - und mit ihm die Österreichische Zukunft: der schönen Worte sind genug gewechselt (etwa im "Bildungsvolksbegehrensausschuss): am 14.06. ist das Parlament gefordert, endlich Nägel mit Köpfen zu formen!

Heinisch-Hosek, Kurz, Mitterlehner, Schmied, Töchterle sind aufgefordert, zu handeln - ein Bundesrahmengesetz, Umsetzung der PädagogInnen-Ausbildung, Bereitstellung der notwendigen Mittel: quanitativ-inhaltlich ist genug erfolgt - nun gilt Umsetzungsmöglichkeiten zu schaffen!