Donnerstag, 23. Mai 2013 10:21
Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentieren
Artikel versendenTwitterLesezeichen bei Facebook setzen
Fortbildung Sommer Wiener Lehrer

Fortbildung im Sommer: Wiener Lehrer sind unwillig

02.08.2012 | 13:11 |   (DiePresse.com)

Derzeit finden nur fünf Prozent der Lehrer-Fortbildungen im Sommer statt, das Ministerium ortet ein "Potenzial nach oben". Oberösterreicher und Niederösterreicher sind am fortbildungswilligsten.

Lehrer sollen ihre Fortbildungsveranstaltungen künftig verstärkt im Sommer absolvieren. "Ich wünsche mir durchaus mehr Interesse, Angebote im Sommer anzunehmen", so Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) bei einer Pressekonferenz. Derzeit werden nur ca. fünf Prozent aller Weiterbildungen von Pädagogen im Juli und August absolviert. Hier gebe es noch "Potenzial nach oben".

Laut Zahlen des Ministeriums gab es bis 16. Juli 2012 insgesamt 437.343 Anmeldungen zu Fortbildungsveranstaltungen für das Schuljahr 2011/12 an den Pädagogischen Hochschulen (PH). Das entspricht einer Steigerung von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Für Lehrveranstaltungen in den beiden Sommermonaten haben sich lediglich 18.771 Pädagogen angemeldet, im Vergleich zu 2011 eine Steigerung von sieben Prozent.

Im Bundesländer-Vergleich sind die oberösterreichischen (rund 5700 Anmeldungen) und niederösterreichischen (5500) Lehrer im Sommer am fortbildungswilligsten, gefolgt von den Tiroler Pädagogen (2600). Wiener (1300) und steirische (1000) Lehrer widmen sich in den heißen Monaten dagegen lieber anderen Beschäftigungen und werden sogar von den insgesamt zahlenmäßig unterlegenen Burgenländern (1400) fortbildungstechnisch in den Schatten gestellt.

Mehr Angebote angekündigt

Schmied kündigte auch mehr Angebote in den Sommermonaten in den kommenden Jahren an. Dafür werde das bereits beschlossene neue Dienstrecht an den PH einen idealen Rahmen bieten, das für PH-Lehrende künftig nicht mehr die Ferienregelung der Lehrer vorsieht.

Grundsätzlich zeigten die Lehrer im internationalen Vergleich einen hohen Fortbildungswillen, betonte der Rektor der PH Niederösterreich, Erwin Rauscher. Laut der OECD-Vergleichsstudie TALIS aus dem Jahr 2009 hätten 97 Prozent der österreichischen Pädagogen in den vergangenen 18 Monaten eine Fortbildungsveranstaltung besucht. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass die PH nicht für die Verbindlichkeit des Besuchs von Fortbildungsveranstaltungen seien. Dies liege vielmehr in der Kompetenz von Schulleitungen bzw. Schulaufsicht. Laut Schmied ist die Verpflichtung zu Fortbildung natürlich auch Gegenstand bei den Verhandlungen zu einem neuen Lehrerdienstrecht. Bis zu einem gewissen Grad könnte der Besuch von Lehrveranstaltungen dabei vorgeschrieben werden.

Die Zukunft der Lehrer-Fortbildung sieht Rauscher in einer stärkeren Verankerung auf regionaler und lokaler Ebene. An den PH würden mehr Lehrgänge und weniger Einzelseminare angeboten werden. Außerdem werde der Fokus verstärkt auf Themenfeldern liegen und weniger auf einer Orientierung an verschiedenen Schultypen bzw. dem Alter der unterrichteten Schüler.

 

(APA)

2 Kommentare
bieranha
13.08.2012 06:42
0 0

welch verallgemeinert und hetzerisch wirkende überschrift

einer zeitung mit dem format der presse unwürdig!

v.a.: irgendwo in der mitte...in der MITTE (also jenem teil, den die meisten überlesen bei groben durchlesen) steht, dass die lehrer zu den fortbildungsfreudigsten gehören würden. aha...

babs7
03.08.2012 16:07
0 0

Die Angebote sind ein Witz

Ich brauche z.B. eine VisualBasic Schulung.

Dich mache ich selber, und komme daher nicht in die Statistik und muss mir dann auch noch von Fr. Schmied Faulheit vorwerfen lassen.