Neue Ausbildung ist Bedingung für neues Dienstrecht
11.10.2012 | 14:26 | (DiePresse.com)
Eine Einigung beim neuen Dienstrecht der Lehrer dürfte noch lange dauern: Chefverhandler Paul Kimberger besteht auf einer Ausbildung auf Master-Niveau für alle Lehrer.
Bei den Verhandlungen zum neuen Dienstrecht für Lehrer liegen die Vorstellungen von Lehrervertretern und Regierung noch immer weit auseinander. Der eigentliche Knackpunkt ist dabei für Chefverhandler Paul Kimberger (FCG) nicht das Geld, sondern die neue Lehrerausbildung. Er macht im Gespräch mit DiePresse.com eine Ausbildung auf Master-Niveau für alle Lehrer zur Bedingung. Derzeit werden Pflichtschullehrer an einer Pädagogischen Hochschule ausgebildet und schließen dort mit dem Bachelor ab.
Ursprünglich war dies auch ein Ziel von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), von dem sie sich mittlerweile aber entfernt hat. Sie betonte außerdem schon mehrfach, dass die neue Ausbildung nicht Inhalt der Dienstrechtsverhandlungen sei. Womit die Positionen der Verhandler doch recht weit auseinander liegen. Außerdem sind Kimberger die Kindergartenpädagoginnen ein großes Anliegen, er fordert auch für sie eine Ausbildung auf Master-Niveau.
Bis zu 400.000 Euro Verlust bei Einzelnen
Auch an anderen Punkten spießen sich die Vorstellungen von Ministerium und Lehrervertretern. Kimberger, der Chef der ARGE Lehrer in der GÖD, bemängelte, dass die Regierung immer noch nicht bereit sei zu sagen, wie viel Geld sie für eine Reform des Lehrerdienstrechts in die Hand nehmen will. Für ihn sei jedoch klar, dass dem derzeitigen Vorschlag nicht zugestimmt werden kann: Es handle sich dabei um ein Sparpaket, das bis zu 400.000 Euro Verlust beim Lebenseinkommen der Lehrer bedeuten würde.
Selbst in der Frage, wie die Einkommen zu berechnen seien, sind Lehrervertreter und Regierung nach wie vor uneins. Dennoch sind laut Kimberger bereits bis in den November hinein weitere Verhandlungstermine auf Beamtenebene fixiert, über einen Termin für eine von Regierungsseite angekündigte Runde mit den zuständigen Ressortleiterinnen Schmied, Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) sei indes abseits medialer Ankündigungen noch nicht gesprochen worden.
Bis es zur nächsten politischen Runde kommt, werde die Gewerkschaft bei den Verhandlungen weiter Themen einbringen, die neben Einkommen und Arbeitszeit für den Lehrerberuf wesentlich seien, etwa die Frage der Einführung von Junglehrern in den Beruf, leistungsgerechte Bezahlung etwa für Schulleiter und Klassenvorstände und mehr Unterstützung durch Sozialarbeiter und Schulpsychologen. Wenn Lehrer in puncto Bürokratie entlastet würden, könnte man auch über eine Erhöhung der Arbeitszeit sprechen, sagt Kimberger.
(APA/rovi)










