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Jugendcoaches sollen beim Berufseinstieg helfen

29.06.2012 | 18:44 |   (Die Presse)

3300 Schüler wurden bereits betreut. Ab 2013 wird das Projekt auf ganz Österreich ausgeweitet.

Wien/M.l. Die Eltern wollen, dass der Sohn eine Tischlerlehre macht, dieser interessiert sich aber gar nicht dafür. Ein anderer Schüler hat mehrere Fünfer im Zeugnis und keine Pläne, wie es nach der Schule weitergehen soll.

Für solche Jugendliche sind seit einem halben Jahr Jugendcoaches in Schulen in Wien und der Steiermark unterwegs: Sozialarbeiter und Schulpsychologen, die den Schülern beim Einstieg ins Berufsleben helfen sollen. „Mit 14 Jahren nach der Pflichtschule hat keiner eine klare und realistische Vorstellung von dem, was er einmal machen möchte“, sagt Alfred Weber vom Bundessozialamt.

Dazu kommen oft schwierige familiäre Verhältnisse, Lernschwächen oder Sprachprobleme. Etwa zehn Prozent der Schüler brauchen daher nach der Pflichtschule Unterstützung, schätzt das Sozialministerium.

Die Jugendcoaches versuchen, Stärken, Schwächen und Interessen der Betroffenen herauszufinden. Sie helfen bei der Jobsuche und beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen. „Alles, womit die Schüler überfordert sind“, erläutert Weber. Wichtig sei außerdem, Eltern und Lehrer einzubeziehen. Gerade Lehrer wüssten meist sehr genau, welche Jugendlichen auffällig oder besonders zurückgezogen seien. Deshalb wählen auch die Lehrer aus, welche Schüler von den Coaches betreut werden sollen. Das Angebot selbst ist aber freiwillig.

 

Evaluierung durch das IHS

Bis jetzt wurden 3300 Schüler beraten. Die Evaluierung des Pilotprojekts in Wien und der Steiermark durch das IHS (Institut für Höhere Studien) ist zwar noch nicht abgeschlossen, man habe aber bereits gute Erfahrungen gemacht, bilanziert Weber. „Natürlich müssen sich Schulen und Externe erst einmal aneinander gewöhnen.“

Ab 2013 sollen die Coaches Schulen in ganz Österreich besuchen. Dann würden bis zu 40.000 Schüler im Jahr beraten. Im Vollausbau wird das Jugendcoaching 25 bis 26 Millionen Euro kosten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.06.2012)