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Nachhilfe Sommer fuer viele

AK: Nachhilfe im Sommer für viele Familien zu teuer

17.08.2012 | 13:02 |   (DiePresse.com)

Die Kosten für Nachhilfe steigen, viele Eltern müssen dabei offenbar sparen. Auf Lerncamps und Sprachferien wird häufig verzichtet.

Die Kosten für Nachhilfe im Sommer steigen und die Eltern müssen offensichtlich wegen allgemein zunehmender Lebenshaltungskosten dabei sparen. Das zeigt eine Ifes-Umfrage im Auftrag der Arbeiterkammer, die am Freitag veröffentlicht wurde. Heuer zahlt eine Familie für die Nachhilfe ihres Kindes bzw. ihrer Kinder während der Sommerferien im Schnitt 442 Euro, um neun Prozent mehr als im Vorjahr (407 Euro). Gleichzeitig zeigt sich ein massiver Rückgang der Familien, die solche Sommer-Nachhilfe überhaupt in Anspruch nehmen - von hochgerechnet 96.000 im Vorjahr auf nur mehr 40.000 in diesem Sommer.

Nach Angaben der Arbeiterkammer wird für Sommer-Nachhilfe nur noch bezahlt, wenn das Kind im Herbst eine Nachprüfung hat. Lerncamps oder Sprachferien zur allgemeinen Verbesserung der Leistung wurden offenbar gestrichen.

AHS-Oberstufe kommt am teuersten

Am höchsten sind die Kosten für Sommer-Nachhilfe mit 535 Euro bei Familien, deren Kinder die Oberstufe des Gymnasiums besuchen. Gehen die Kinder in die AHS-Unterstufe, liegen die durchschnittlichen Kosten bei 525 Euro. Erheblicher günstiger ist es mit 370 Euro, wenn das Kind eine Neue Mittelschule besucht (derzeit noch im Schulversuch). Laut AK brauchen an der Neuen Mittelschule 17 Prozent der Schüler private Nachhilfe, im Gymnasium sind es 34 Prozent.

Die Ifes-Umfrage zeigt auch den Wunsch der Mehrheit der von Nachhilfe betroffenen Eltern nach einer besseren Unterrichtsgestaltung. Durch schulische Nachmittagsbetreuung mit individueller Förderung oder Ganztagsschule sollten die Kinder den Lernstoff von vornherein verstehen.

AK fordert verpflichtende Lernförderung

Auch AK-Präsident Herbert Tumpel fordert, dass die Schule mehr Verantwortung für den Lernerfolg übernimmt. "Der Sommer soll zur Erholung da sein, nicht zur Nachhilfe", so Tumpel. Die Arbeiterkammer fordert u.a. eine verpflichtende Lernförderung und sozialpsychologische Betreuung in der Schule, wenn die Gefahr eines negativen Abschlusses droht.

(APA)

1 Kommentare
eine Lehrerin
25.08.2012 00:36
0 0

Teure Nachhilfe wirklich nötig?

In der Diskussion, warum mehr SchülerInnen der AHS Nachhilfestunden benötigen als die SchülerInnen der Neuen Mittelschule, sollte auch die Frage gestellt werden, ob alle SchülerInnen der AHS, vor allem auch in der Oberstufe, in dieser Schulform richtig administriert sind oder vielleicht ein anderer Bildungsweg erfolgreicher wäre bzw. die vorliegende Begabungsstruktur auf eine andere Ausbildungsschiene hinweisen würde.
Wieso wird die Leistung der LehrerInnen nie an den Sehr Gut und den vielen positiven Abschlüssen, die unter Umständen auch zu einem großen Teil der Kompetenz und dem Engagement des Lehrkörpers zu verdanken sind, gemessen, sondern immer nur an den (pro Klasse meist nur ein oder zwei) negativen Ergebnissen?
In einem anderen Leistungsbereich wie dem Sport wird selbstverständlich akzeptiert, dass eine gewisse körperliche Disposition eine Grundvoraussetzung für einen möglichen Erfolg darstellt und auch der beste und engagierteste Trainer diesen Umstand nicht ändern kann. Diesem Vergleich folgend, kann die Reifeprüfung nicht dem Breitensport gleichgestellt werden, sondern ist eher dem Hochleistungssport gleichzusetzen.
Wieso ist es den meisten Menschen einsichtig, dass es im Sport Grenzen gibt, während weder Eltern noch Gesellschaft die Grenzen mancher Kinder im akademischen Bereich anerkennen wollen und bereit sind, im positiven Sinn Alternativen zu suchen? Höchstmögliche individuelle Förderung ist wünschenswert - Wunder sind unmöglich.