Montag, 20. Mai 2013 03:12
Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentieren
Artikel versendenTwitterLesezeichen bei Facebook setzen
Startschuss fuer erste BildungsstandardTests

Startschuss für erste Bildungsstandard-Tests

23.05.2012 | 10:37 |   (DiePresse.com)

Rund 86.000 Schüler müssen heute ihre Mathematik-Kenntnisse unter Beweis stellen. Grünen und ÖVP missfällt, dass die Ergebnisse keine klaren Konsequenzen haben sollen.

Rund 86.000 Schüler der vierten Klasse AHS-Unterstufe, Neue Mittelschule und Hauptschule stellen sich heute, Mittwoch, erstmals einer österreichweiten Überprüfung der Bildungsstandards. In 90 Minuten reiner Testzeit müssen rund 50 Aufgaben aus dem Bereich Mathematik gelöst werden. Die Ergebnisse werden im Dezember vorliegen, auf die Noten der Schüler haben sie keinen Einfluss.

Ranglisten werden keine veröffentlicht. Die Schüler werden nur ihr eigenes Ergebnis (inklusive Vergleich mit dem Österreich-Schnitt sowie der Schultypen) erhalten, die Lehrer die Einzelleistungen ihrer Schüler (in anonymisierter Form), der Direktor das Ergebnis seiner Schule bzw. der einzelnen Klassen, die Landesschulbehörden die Ergebnisse ihres Bundeslands bzw. der Schulen und Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) einen Österreich-Bericht. 2013 werden dann die Englisch-Standards in der achten Schulstufe sowie Mathematik in der vierten Klasse Volksschule überprüft, 2014 ist jeweils Deutsch dran.

„Versteckspiel bringt Schulsystem nicht weiter“

Vonseiten der ÖVP kommt Kritik: "Die Bildungsstandard-Ergebnisse müssen auf Punkt und Beistrich veröffentlicht werden. Das von SP-Ministerin Schmied geplante Versteckspiel in dieser Frage bringt unser Schulsystem nicht weiter", erklären Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP).

Es sei nicht einzusehen, dass sich die Ministerin um Kosten von 36 Millionen Euro eine Studie anfertigen lässt, bei der das Überblicks- und Vergleichsmonopol einzig und allein ihr verbleibt. Die Erhebung von Bildungsstandards mache nur Sinn, wenn sie anschließend zu Vergleichen, Auswertungen und Verbesserungsschritten führen.

Grüne: Verschwendung von Zeit und Geld

Die Grünen fordern, dass die Ergebnisse der Testungen als Grundlage für verpflichtende Feedbackgespräche eingesetzt werden. Denn, so Bildungssprecher Harald Walser: "Eine so teure Erhebung zu machen, ohne dass die Schule systematisch aus den Ergebnissen lernen kann, ist eine Verschwendung von Zeit und Geld." Ein entsprechender Antrag der Grünen auf verpflichtende Feedbackgespräche liege im Parlament bereits seit drei Jahren auf Eis.

Außerdem missfällt Walser, dass die Ergebnisse weitgehend anonymisiert sein sollen. "Lehrkräfte wissen nicht, welche Schülerinnen und Schüler Probleme hatten, Direktorinnen und Direktoren wissen nicht, welche Klassen größere Defizite haben", bemängelt er. Er fordert von Ministerin Schmied die Einführung eines verpflichtenden Feedbacks, strukturiert gesammelte Best Practice Beispiele und gezielte Weiterbildung.

In den Bildungsstandards wurde 2009 festgelegt, was Schüler in der vierten Schulstufe (4. Klasse Volksschule) in Mathematik und Deutsch bzw. in der achten Schulstufe (4. Klasse Hauptschule/AHS/Neue Mittelschule) in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch wissen und können sollen. Ab sofort werden jedes Jahr im Frühjahr die Kompetenzen aus einem bestimmten Bereich abgefragt.

 

(APA/Red.)